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am 8. Januar 2000 in Memmingen

 

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Auszug aus der Südwest-Presse, Ulm, vom 11.1.2000

 

Bei den Frauen ist einfach alles ganz anders - Step-Aerobic vor dem Schritt aufs Eis


Härtester Schuss überzeugt
Norden gewinnt All-Star-Game

 

Frauen fahren Bob, boxen, springen von Schanzen. Eis­hockey spielen sie schon lang. Vom Niveau der Bundes­liga konnten sich die Fans beim Spiel der Besten aus Nord und Süd überzeugen.

 

UTE GALLBRONNER

 

MEMMINGEN · Eishockey ist ein Sport für harte Männer. Keine Frage - in der Art, wie die Männer spielen. Aber es muss ja nicht immer auf die brutale Art sein. Beim All-Star-Garne in Memmingen haben die besten Bundesliga-Spielerinnen ihre ganz eigene Auffassung von Eis­hockey demonstriert. Mit Leistung, aber ohne Krampf und mit jeder Menge Spaß.

Beim Frauen-Eishockey ist vieles anders. Deshalb fängt das Spiel Nord gegen Süd nicht beim Stand von 0:0 an. Wär’ ja langweilig. Vor dem Anpfiff mussten sich die Frauen in vier Tests beweisen. Da­bei tat sich eine der drei Kornwest­heimer Spielerinnen hervor: Stepha­nie Frühwirt lieferte in 15,4 Sekun­den die schnellste Runde ab. Die 19-Jährige war vor zwei Jahren zu­sammen mit den Kürten-Schwestern samt deren Trainer-Vater Peter, den württembergischen Vorreitern in Sachen Frauen-Eishockey, von Esslingen nach Kornwestheim abge­wandert. Seither mischt der Klub im Süden vorne mit, Esslingen muss gegen den Abstieg kämpfen.

Wie gesagt, beim Frauen-Eisho­ckey ist alles anders. Schon das Auf­wärmen. Oder wurden jemals schon Männer in Eishockey-Trikots bei der Step-Aerobic beobachtet? Die Süd-Auswahl hatte dabei jeden­falls viel Spaß mit Vortänzerin Ste­phanie Frühwirt - trotz kleiner Koor­dinations-Probleme. Aber eine Eis­hockey-Auswahl ist eben keine For­mationstanz-Gruppe.

Im Kampf gegen die Radarpistole zeigten sich einige Frauen ziemlich schlagkräftig: Mit fast 115 Stunden­kilometer donnerte die Mannheim­erin Maritta Becker die schwarze Scheibe ins Tor. Ex-Nationalspieler Stefan Steinecker, jetzt in Diensten on Regionalligist EHC Memmin­gen, brachte es bei einem Test auf 124 Sachen. Bei diesem Ergebnis ging denn doch ein Raunen durch die etwa 500 Zuschauer in der Mem­minger Eishalle. ,,Respekt“, meinte einer, der normalerweise nur bei Männer-Spielen auf die Trommel haut.

Mit 3:2 lag der Süden vor Spielbe­ginn in Führung. Knapp, aber im­merhin. 23 frühere und aktuelle Na­tionalspielerinnen, von denen sich viele eine Chance auf Olympia 2002 ausrechnen, standen auf dem Eis. 14 für den Süden, angeführt von der Rekord-Internationalen Christina Oswald und dem wohl größten Ta­lent Michael Lanzl (beide Gerets­ried). Die 17-Jährige steuerte drei Treffer bei. Doch auch der Aus­gleich durch Sandra Kürten, drei Mi­nuten vor dem Ende zum 8:8, nutzte nichts. Kurz vor dem Schlusspfiff entschied Tina Evers das Match für die Nordlichter.

Trotz aller Rivalität: Am Abend wurde bei der Gala noch kräftig ge­meinsam gefeiert. Auch das gehört eben dazu bei den Frauen.

 


Auszug aus der Allgäuer Zeitung vom 10. Januar 2000

Eigenwerbung mit ,,All-Star-Game“

 

Das Frauen-Eishockey versucht mit verschie­denen Aktionen weiter aus dem Schattenda­sein herauszutreten. Werbung in eigener Sa­che soll das alljährliche All-Star-Game sein, das nach der Erstauflage 1999 in Weißwasser heuer in Memmingen ausgetragen wurde. Im Vergleich der besten Bundesliga-Spielerinnen hatte, wie schon im Vorjahr, der Norden knapp die Nase vorn.

 

Die beiden Auswahlmannschaften, ge­wählt von den Bundesligisten selbst und einer Fachjury, zeigten durchaus, das auch mit deutschen Damen in der ,,härtesten Mannschaftssportart der Welt“ in Zukunft zu rech­nen ist. Das große Ziel ist die Qualifikation für die olympischen Winterspiele 2002. Etwa die Hälfte der Spielerinnen, die bis aus Berlin,  Grefrath und Hannover zum All-Star-Game angereist waren, rechnet sich Chancen aus, bei Olympia in Salt Lake City dabei zu sein. Eine davon ist Christina Maier vom EHC Memmingen. Die Torhü­terin, die auf dem Sprung ist, eine der beiden Positionen im deutschen Tor zu ergattern, ver­letzte sich beim Aufwärmtraining und musste mit Verdacht auf Bänderriß ins Krankenhaus gebracht werden. Zum Glück stellte sich die Verletzung im Nachhinein als doch nicht so schwerwiegend heraus. Maier wird voraussichtlich nächste Woche wieder das Training aufnehmen. Das war aber der einzige Zwischenfall, der die gute Stimmung beim All-Star-Game trübte.

 

Die Spielerinnen, die in dieser Besetzung noch nie zusammengespielt hatten, steigerten sich vor immerhin rund 500 Zuschauern in der Memminger Eissporthalle von Drittel zu Drittel. Besonders im letzten Abschnitt gelan­gen dann auch schöne Kombinationen und Tore. Dass am Ende mit 9:8 der Norden aber­mals vorn lag, tat der fröhlichen Stimmung bei der abendlichen Sportgala wenig Abbruch.

 

Bei der Wertung zählten übrigens nicht nur die Tore. Nach einem sogenannten Skill­-Test, einem Leistungstest nach NHL Vorbild, bei dem unter anderem Runden gelaufen sowie der härteste und schnellste Schuss gemes­sen werden, ging die Süd-Auswahl zunächst mit einem 3:2-Vorsprung in das eigentliche Spiel. Der Schusstest lieferte übrigens einen weiteren Beweis dafür, dass die Eishockey-Frauen sich vor den Männern nicht verste­cken müssen. Bei Maritta Beckers (Mann­heim) Schuss werden 78 Meilen mit der Radarpistole gemessen. Zum Ver­gleich: Der strammste Schuss von Ex-Natio­nalspieler Stefan Steinecker vom Eishockey-­Regionalligisten EHC Memmingen hatte 84 Meilen drauf.

 

Bundesliga Süd-Nord 8:9 (3:2/1:2/2:2/2:3)

Punkte nach dem Skill-Test: 3:2. — Tore: 3:3 (12.) Rörig (Berlin), 3:4 (15.) Thyssen 5. (Grefrath), 4:4 (20.) Lanzl (Geretsried), 4:5 (26.) Scheytt (Mann­heim), 5:5 (34.) Rumswinkel (Planegg), 6:5 (34.) Oswald (Geretsried), 6:6 (34.) Dekmeijer (Wiehl), 6:8 (45.) Lanzl, 7:8 (49.) Lanzl, 8:8 (57.) Kürten (Kornwestheim), 8:9 (59.) Evers (Hannover).

Zuschauer:    500 (in Memmingen) — Schiedsrichte­rinnen: Botsch (Königsbrunn), Schreiber (Fürsten­feldbruck). — Strafminuten: Süd 2 — Nord 4.

 

 

Die Vorschau

 

Am Samstag, den 8. Januar 2000, treffen die besten Eishockeyspielerinnen Deutschlands im Rahmen des 2. All-Star-Game in der Memminger Eissporthalle aufeinander. Die von einer Fachjury gewählte Auswahl der Eishockey-Bundesliga Süd misst sich gegen die Selektion der Bundesliga Nord. Mit vertreten ist bei­nahe die gesamte deutsche Damen-Nationalmannschaft.

 

Nach der Vorstellung der einzelnen Spielerinnen treten um 14:30 Uhr die beiden Teams zuerst im „Skill-Test“ gegeneinander an. Dieser Test umfasst vier Aufgaben. Bei der „schnellsten Runde“ gilt es eine abge­steckte Runde gegen eine Spielerin der anderen Mannschaft zu gewinnen. Zielsicherheit ist anschließend beim „genauesten Schuss“ gefragt: innerhalb einer vorgegebenen Zeit müssen vier Ziele auf einer Tor­wand getroffen werden. Der „härteste Schuss“ wird mit Hilfe einer Radarpistole ermittelt und beim „Rapid Fire“ können schließlich die Torhüterinnen der beiden Teams ihre Fangkünste unter Beweis stellen. Diese vier Test werden bewertet und fließen als Tor-Vorgabe in das eigentliche Spiel ein. So könnte eine Mannschaft schon mit vier Toren in Führung liegen.

 

Um 16:00 Uhr ist Eröffnungsbully für das eigentliche Eishockey-Spiel. Die Aktiven werden beweisen, welch großen Sprung das Damen-Eishockey in den vergangenen Jahren gemacht hat. Die Zeiten, in de­nen sie milde „belächelt“ wurden, sind längst vorbei. So kommen immer mehr junge Mädchen zum Einsatz, die ihr sportliches Handwerkszeug von klein auf gemeinsam mit den Jungen erlernt haben und dem­ent­sprechende technische und körperliche Fähigkeiten mitbringen. Von dieser Entwicklung profi­tiert auch die deutsche Damen-Nationalmannschaft, die sich auf internationaler Bühne inzwischen etab­liert hat.

 

Initiiert wurde das All-Star-Game vom Förderkreis Olympia 2002, der sich zum Ziel gesetzt, das Damen-Eishockey in Deutschland zu unterstützen. Mit der Veranstaltung soll diese Sportart weiter gefördert und, als Fernziel, die deutschen Nationalmannschaft in Hinblick auf die Teilnahme an den Olympischen Spie­len 2002 in Salt Lake City, USA, unterstützt werden.  Nach dem 1. ALL-STAR-GAME im Jahr 1999 in Weißwasser, findet nun am 8. Januar 2000 in der Eis­sporthalle Memmingen eine Neuauflage statt. Organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung von der Damenmannschaft des EHC Memmingen.

 

Vom heimischen EHC Memmingen wurden drei Spielerinnen in die Süd-Auswahl gewählt: Nationaltorhü­terin Christine Maier sowie die beiden Stürmerinnen Petra Neusser und Carolin Füchsl.

 

Außer dem sportlichen Teil wird auch ein umfangreiches Rahmenprogramm präsentiert: neben einer Tombola mit attraktiven Preisen kommen die Cracks der Herren-Mannschaft des EHC Memmingen zur Autogrammstunde und die kleinsten Nachwuchsspieler des Vereins zeigen ihr Können in einem Einlage­spiel. Einlass in die Eissporthalle ist ab 13.30 Uhr. Die Eintrittspreise betragen DM 5,- für Erwachsene und DM 2,- für Kinder bis 15 Jahre.

 

Zielsetzung

Der Förderkreis Olympia 2002 hat sich zum Ziel gesetzt, das Damen-Eishockey in Deutschland zu unterstützen. Es konnten bereits Erfolge im Sponsoring und Merchandising der Damen-Nationalmannschaft erzielt werden. Bisher dienten nur der DEB-Länderpokal und die Deutsche Meisterschaft der Darstellung der Zusammenarbeit der Vereine des Damen-Eishockeys.

Mit dem 2.ALL-STAR-GAME hat der Förderkreis Olympia 2002 eine weitere Veranstaltung zur Präsentation aller Bundesligisten eingerichtet. Angelehnt an das All-Star-Game der National-Hockey-League sollen der Sport und das gemeinschaftliche Miteinander unter angemessenen Rahmenbedingungen der Öffentlichkeit nähergebracht werden.

Der Erlös der Veranstaltung wird für die strukturelle Förderung des Damen-Eishockeys verwendet. Fernziel des Förderkreis ist auch die Unterstützung des deutschen Damen-Nationalmannschaft in Hinblick auf die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City, USA.

Nach dem 1. ALL-STAR-GAME im Jahr 1999 in Weißwasser, findet es nun in der Eissporthalle Memmingen statt. Die Teilnehmer der beiden Teams wurden von den Bundesligisten selbst sowie dem Förderkreis und einer Fachjury gewählt.

Organisiert und durchgeführt wird die Veranstaltung von der Damenmannschaft des EHC Memmingen.

 

Das Programm

 

           
            bis 12.00 Uhr      Eintreffen der Mannschaften und Offiziellen

12.00            14.00 Uhr      Termintagung Bundesliga End- und
                                      Relegationsrunde im Eisstadion Memmingen
                                      Cafeteria „Zum Puck“

14.30     -     14.45 Uhr      Vorstellung der einzelnen Spielerinnen auf
                                      dem Eis, anschließend offizielle

                  Eröffnung      durch den Oberbürgermeister der Stadt
                                      Memmingen, Dr. Ivo Holzinger

14.45     -     15.45 Uhr      Skill-Tests, anschließend
                                      Warm-Up der Mannschaften

15.45     -     16.00 Uhr      Eisbereitung

                  16.00 Uhr      Spielbeginn Bundesliga Süd : Bundesliga Nord

                                      in den Drittelpausen vers. Aktionen:
                                      - Autogrammstunde mit der 1. Mannschaft des
                                        EHC Memmingen „die Wölfe“
                                      - Präsentation der Sponsoren der EHC Damen
                                      - Verlosung der Preise des Flyers

            ca.  18.30 Uhr      Ende des Spiels

                  20.00 Uhr      Gala-Abend im Dietrich-Bonhoefer-Saal
                                      für Mannschaften und Offizielle sowie geladene Gäste

 

Die Mannschaften

 

Bundesliga Süd:

TuS Geretsried:               Manuela Hirt (Tor), Christina Oswald (Verteidigung), Sabrina Kruck (Verteidigung), Michaela Lanzl (Sturm)

ESC Planegg-Würmtal:    Nina Linde (V), Susan MacKenzie (V), Sandra Rumswinkel (S)

TV Kornwestheim:           Sandra Kürten (S), Stephanie Frühwirt (S)

ESG Esslingen:                Andrea Karrer (V), Diana Brucksch (S), Silke Augst (S)

Augsburger EV:              Manuela Hirschbeck (T), Valesca Siebert (V), Johanna Merk (S)

EHC Memmingen:           Christine Maier (T), Petra Neusser (S), Carolin Füchsl (S)

Trainer:                          Michael Lehmann (ESC Planegg-Würmtal), Peter Kürten (TV Kornwestheim)

Bundesliga Nord:

TuS Wiehl:                      Silke Friedrichs (Tor), Nina Ziegenhals (Verteidigung), Laila Dekmeijere (Sturm)

Mannheimer ERC:           Maritta Becker (S), Anja Scheytt (S), Anabel Dörr (V)

OSC Berlin-Schöneberg: Sabrina Rörig (S),  Claudia Grundmann (S), Romy Hübner (S)

EC Bergkamen:               Ann-Christin Riede (T), Doreen Hanck (V), Silvia Schneegans (S)

KEV Hannover:               Nicole Drewicke (V), Tina Evers (S), Nina Gall (S)

Grefrather EV:                Esther Thyßen (T), Rachel Thyßen (V), Sarah Thyßen (V)

Trainer:                          Robert Köppen (OSC Berlin Schöneberg), Dirk Wefringhaus (EC Bergkamen)