|
|
|
Mit
insgesamt fünf Aktiven stellen die Damen des EHC Memmingen mit das größte
bayerische Kontingent für den am kommenden Wochenende in Schwenningen
stattfindenden Mädchen-Länderpokal in Schwenningen. Mit Carla Manca, Nicole
Moller, Maike Piwonka und Manuela Scholz vertreten vier Stürmerinnen sowie
Manuela Merath als Verteidigerin die Farben des EHC Memmingen in der
Bayernauswahl der Spielerinnen bis 20 Jahre. Bereits zum sechsten Mal wird in diesem Jahr der
Mädchen-Länderpokal ausgetragen. Topfavorit dürften wieder die Mädchen aus
Baden-Württemberg sein, die das Turnier bereits vier Mal gewonnen haben und
vor heimischem Publikum den Vorjahrestitel verteidigen möchten. Ob dies gegen
die Konkurrenten aus Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen
gelingt ? Für spannende Spiele ist auf jeden Fall gesorgt. Im Vordergrund dieses Turniers steht jedoch nicht die
Ermittlung des Siegers, sondern die Förderung des Nachwuchses im
Damen-Eishockey und die Sichtung junger weiblicher Talente für die weitere
gezielte Förderung und die Damen-Nationalmannschaft. Der Erfolg dieser
Maßnahmen zeigt sich darin, dass von den derzeit aktiven Spielerinnen in der
Nationalmannschaft über 80 Prozent vorher die Mädchenauswahl Ihres
Landesverbandes durchlaufen haben. Auch in diesem Jahr werden die 100 besten
deutschen Nachwuchsspielerinnen die Möglichkeit haben, ihr Können in einem bundesweiten
Vergleich unter Beweis zu stellen und sportliche Leistungen auf hohem Niveau
zu erbringen. Das Turnier wird in der Form Jeder gegen Jeden ausgetragen. Es
beginnt am Samstag um 9 Uhr und das letzte Spiel wird am Sonntag um 18 Uhr
ausgetragen. |
|
08.04.2000
– WM Traum ausgeträumt / EHC Torhüterin Christine Maier ausgebootet. Fünf Jahre hatte
Eishockey-Torhüterin Christine Maier vom EHC Memmingen auf ihre Nominierung
in die Frauen-Nationalmannschaft hingearbeitet. Das Ziel schien erreicht: Mit
den DEB-Mädels flog sie wie berichtet zur Weltmeisterschaft nach Kanada. Sie
wurde aber noch vor dem ersten Spiel jäh aus ihren Träumen gerissen.
Bundestrainer Rainer Nittel schickte sie ,,völlig überraschend“ wieder nach
Hause. Weniger die Tatsache an sich, sondern die Art und Weise, wie dies
vonstatten ging, entsetzte die 26-Jährige. Die Eishockey-Frauen bestritten in
Kanada zwei Testspiele, die beide verloren wurden. In der zweiten Begegnung
stand zunächst Maier zwischen den Pfosten, wurde nach dem 0:3 aber vom
Trainer vom Eis genommen, musste aber wieder rein, weil sich ihre Kollegin
Stefanie Kürten-Wartosch verletzte. Die Bilanz: Beide kassierten fünf
Gegentore. Nachdem
es keinen größeren Kommentar vom Trainer gegeben hatte, war die Sache für die
Memmingerin, die sich wegen einer Erkältung nicht topfit fühlte, eigentlich
abgehakt. Tags darauf nach der Weiterreise ins WM-Quartier nach Mississauga
folgte jedoch die kalte Dusche: Ihre Mitspielerinnen waren schon aus dem Bus
ausgestiegen, als Christine Maier eröffnet wurde, dass sie sofort nach Hause
fliegen könne. ,,Sportliche Gründe“, gab Nittel ihr gegenüber an. Außerdem
säße ihr Ersatz (Manuela Hirschbeck aus Augsburg) bereits im Flieger. Das
klingt nach vorheriger Absprache, die Maier aber niemand unterstellen will.
Es könne sich allerdings jeder seinen Teil denken. ,,Ich konnte mich nicht
einmal von der Mannschaft verabschieden und wurde behandelt wie eine
Aussätzige“, zeigt sich die ehrgeizige Sportlerin menschlich über Nittels
Verhalten ,,zutiefst enttäuscht“. Gerade noch fünf Dollar in der Tasche,
wurde sie zum Flughafen nach Toronto gefahren, schleifte resigniert ihre
schwere Ausrüstungstasche durch die Gegend und hatte nicht einmal die Möglichkeit,
die Familie zu Hause zu informieren, dass sie vorzeitig kommt. ,,Jetzt kann ich eigentlich nur noch darüber lachen“, ist die 26-Jährige aus ihrem Tief schon wieder raus. Einen Brief an Nittel will sie möglicherweise noch schreiben. Ihren Mannschaftskameradinnen wünscht Maier, dass sie den sechsten WM-Platz und damit die Olympia-Qualifikationschaffen. Einen Erfolg, dem sie aber dem Bundestrainer, wen wundert‘s, nicht unbedingt vergönnen würde. |
|
08.04.2000
– Bericht aus der
MEMMINGER Zeitung vom 8.4.2000 / Markus Brändle ,,Das Thema
Nationalmannschaft ist für mich ab sofort gestorben.“ So hat es Nina Maier im
ersten Augenblick der Enttäuschung kundgetan, dabei soll es auch bleiben. Mit
großen Hoffnungen war die Torhüterin des EHC Memmingen mit der Damen-Nationalmannschaft
zur WM nach Kanada geflogen, nach dem zweiten Vorbereitungsspiel aufs Turnier
wurde die 26-Jährige kurzerhand nach Hause geschickt. Das DEB-Team war mit
dem Bus von Kitchener nach Mississauga zur dortigen Eishalle gefahren, als
Nina Maier im Bus zurückgehalten wurde und von den Trainern Rainer Nittel und
Klmberley Urecht eröffnet bekam, man sei mit ihrer Leistung in Training und
Vorbereitung nicht so recht zufrieden gewesen und sie möge sich Richtung
Flughafen Toronto begeben und die Heimreise antreten. Mit Manuela Hirschbeck
vom Augsburger EV sei eine Vertreterin bereits Richtung Kanada unterwegs.
Erkältungsbedingt sei sie zwar etwas angeschlagen gewesen, aber eine krasse
Fehlleistung habe sie sich nicht vorzuwerfen, betont die Memmingerin, die in
Eichenberg bei Berkheim als Zahntechnikerin arbeitet. Dabei hatte die
ehrgeizige Keeperin so auf einen Weltmeisterschafts-Einsatz gebrannt: rund 30
Länderspiele hat Nina Maier zwar auf ihrem Konto und sie gehört auch schon
die sechste Saison zum Nationalkader, doch aus den verschiedensten Gründen
wurde sie just zu internationalen Einsätzen bislang nie berufen. ,,Ich kann
inzwischen darüber lachen“, sagt Maier, die das Thema ,,Nationalteam“ vorerst
nur noch mit Galgenhumor nimmt. (br) |