Presseberichte April 2000


11.04.2000 –
Fünf EHC Spielerinnen in Bayernauswahl berufen

Mit insgesamt fünf Aktiven stellen die Damen des EHC Memmingen mit das größte bayerische Kontingent für den am kommenden Wochenende in Schwenningen stattfindenden Mädchen-Länderpokal in Schwenningen. Mit Carla Manca, Nicole Moller, Maike Piwonka und Manuela Scholz vertreten vier Stürmerinnen sowie Manuela Merath als Verteidigerin die Farben des EHC Memmingen in der Bayernauswahl der Spielerinnen bis 20 Jahre.

Bereits zum sechsten Mal wird in diesem Jahr der Mädchen-Länderpokal ausgetragen. Topfavorit dürften wieder die Mädchen aus Baden-Württemberg sein, die das Turnier bereits vier Mal gewonnen haben und vor heimischem Publikum den Vorjahrestitel verteidigen möchten. Ob dies gegen die Konkurrenten aus Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen gelingt ? Für spannende Spiele ist auf jeden Fall gesorgt.

Im Vordergrund dieses Turniers steht jedoch nicht die Ermittlung des Siegers, sondern die Förderung des Nachwuchses im Damen-Eishockey und die Sichtung junger weiblicher Talente für die weitere gezielte Förderung und die Damen-Nationalmannschaft. Der Erfolg dieser Maßnahmen zeigt sich darin, dass von den derzeit aktiven Spielerinnen in der Nationalmannschaft über 80 Prozent vorher die Mädchenauswahl Ihres Landesverbandes durchlaufen haben. Auch in diesem Jahr werden die 100 besten deutschen Nachwuchsspielerinnen die Möglichkeit haben, ihr Können in einem bundesweiten Vergleich unter Beweis zu stellen und sportliche Leistungen auf hohem Niveau zu erbringen. Das Turnier wird in der Form Jeder gegen Jeden ausgetragen. Es beginnt am Samstag um 9 Uhr und das letzte Spiel wird am Sonntag um 18 Uhr ausgetragen.

 

08.04.2000 – WM Traum ausgeträumt / EHC Torhüterin Christine Maier ausgebootet.
Bericht der
ALLGÄUER ZEITUNG vom 8.4.2000/ Andreas Schales

Fünf Jahre hatte Eishockey-Torhüterin Christine Maier vom EHC Memmingen auf ihre Nominierung in die Frauen-Nationalmannschaft hingearbeitet. Das Ziel schien erreicht: Mit den DEB-Mädels flog sie wie berichtet zur Weltmeisterschaft nach Kanada. Sie wurde aber noch vor dem ersten Spiel jäh aus ihren Träumen gerissen. Bundestrainer Rainer Nittel schickte sie ,,völlig überraschend“ wieder nach Hause. Weniger die Tatsache an sich, sondern die Art und Weise, wie dies vonstatten ging, entsetzte die 26-Jährige. Die Eishockey-Frauen bestritten in Kanada zwei Testspiele, die beide verloren wurden. In der zweiten Begegnung stand zunächst Maier zwischen den Pfosten, wurde nach dem 0:3 aber vom Trainer vom Eis genommen, musste aber wieder rein, weil sich ihre Kollegin Stefanie Kürten-Wartosch verletzte. Die Bilanz: Beide kassierten fünf Gegentore.

Nachdem es keinen größeren Kommentar vom Trainer gegeben hatte, war die Sache für die Memmingerin, die sich wegen einer Erkältung nicht topfit fühlte, eigentlich abgehakt. Tags darauf nach der Weiterreise ins WM-Quartier nach Mississauga folgte jedoch die kalte Dusche: Ihre Mitspielerinnen waren schon aus dem Bus ausgestiegen, als Christine Maier eröffnet wurde, dass sie sofort nach Hause fliegen könne. ,,Sportliche Gründe“, gab Nittel ihr gegenüber an. Außerdem säße ihr Ersatz (Manuela Hirschbeck aus Augsburg) bereits im Flieger. Das klingt nach vorheriger Absprache, die Maier aber niemand unterstellen will. Es könne sich allerdings jeder seinen Teil denken. ,,Ich konnte mich nicht einmal von der Mannschaft verabschieden und wurde behandelt wie eine Aussätzige“, zeigt sich die ehrgeizige Sportlerin menschlich über Nittels Verhalten ,,zutiefst enttäuscht“. Gerade noch fünf Dollar in der Tasche, wurde sie zum Flughafen nach Toron­to gefahren, schleifte resigniert ihre schwere Ausrüstungstasche durch die Gegend und hatte nicht einmal die Möglichkeit, die Familie zu Hause zu informieren, dass sie vorzeitig kommt.

,,Jetzt kann ich eigentlich nur noch darüber lachen“, ist die 26-Jährige aus ihrem Tief schon wieder raus. Einen Brief an Nittel will sie möglicherweise noch schreiben. Ihren Mannschaftskameradinnen wünscht Maier, dass sie den sechsten WM-Platz und damit die Olympia-Qualifikationschaffen. Einen Erfolg, dem sie aber dem Bundestrainer, wen wundert‘s, nicht unbedingt vergönnen würde.

 

08.04.2000 – Bericht aus der MEMMINGER Zeitung vom 8.4.2000 / Markus Brändle

,,Das Thema Nationalmannschaft ist für mich ab sofort gestorben.“ So hat es Nina Maier im ersten Augenblick der Enttäuschung kundgetan, dabei soll es auch bleiben. Mit großen Hoffnungen war die Torhüterin des EHC Memmingen mit der Damen-Nationalmannschaft zur WM nach Kanada geflogen, nach dem zweiten Vorbereitungsspiel aufs Turnier wurde die 26-Jährige kurzerhand nach Hause geschickt. Das DEB-Team war mit dem Bus von Kitchener nach Mississauga zur dortigen Eishalle gefahren, als Nina Maier im Bus zurückgehalten wurde und von den Trainern Rainer Nittel und Klmberley Urecht eröffnet bekam, man sei mit ihrer Leistung in Training und Vorbereitung nicht so recht zufrieden gewesen und sie möge sich Richtung Flughafen Toronto begeben und die Heimreise antreten. Mit Manuela Hirschbeck vom Augsburger EV sei eine Vertreterin bereits Richtung Kanada unterwegs. Erkältungsbedingt sei sie zwar etwas angeschlagen gewesen, aber eine krasse Fehlleistung habe sie sich nicht vorzuwerfen, betont die Memmingerin, die in Eichenberg bei Berkheim als Zahntechnikerin arbeitet. Dabei hatte die ehrgeizige Keeperin so auf einen Weltmeisterschafts-Einsatz gebrannt: rund 30 Länderspiele hat Nina Maier zwar auf ihrem Konto und sie gehört auch schon die sechste Saison zum Nationalkader, doch aus den verschiedensten Gründen wurde sie just zu internationalen Einsätzen bislang nie berufen. ,,Ich kann inzwischen darüber lachen“, sagt Maier, die das Thema ,,Nationalteam“ vorerst nur noch mit Galgenhumor nimmt. (br)