Presseberichte April 2003


Aus der Memminger Zeitung vom 08. April 2003

 

Lokalnachrichten: Lustige Pirouetten und eine tolle Aufholjagd
(vom 08.04.2003)

Von Michael Denkinger (Nr. 6) und Manfred Jörg (Nr. 23) Memmingen - Es war das etwas andere Eishockey-Spiel: Aktive Spieler(innen) zeigten Kabinettstückchen, andere agierten etwas übereifrig, Medienvertreter wie Hörfunk-Journalist Wolfgang Radeck demonstrierten den 405 Zuschauern, dass sie nicht nur scharf nachfragen, sondern manchmal auch scharf schießen und checken können. Und manch ein Zuschauer wunderte sich, warum Eishockey-Idol Peter Lowden mit der Rückennnumer eins spielte. Darüber hinaus gab es beim Benefizspiel zugunsten des Allgäuer Kinderhospizes 13 blitzsaubere Tore zu bestaunen.

Die bunt gemischte Mannschaft aus EHC Memmingen/Radio Prima 1/Memminger Zeitung gewann gegen das ebenso bunte Team TVM-"Mau-Hunters"/"Indians" mit 8:5 (0:3/5:2/3:0). Die Frage, warum Peter Lowden mit dem Osvaldo-Ardiles-Gedächtnistrikot spielte, ist schnell beantwortet: War es bei der argentinischen Fußball-Nationalmannschaft während der Weltmeisterschaft 1978 noch ein alphabetisches Konzept, so war es bei Lowden die schiere Notwendigkeit: Seine Stammnummer 16 war schlicht und einfach nicht vorrätig. Und so lief er einfach mit der Nummer auf, die für ihn die angemessene war... Zum Spiel: Nach dem ersten Drittel hatte es noch nicht so ganz nach einem Erfolg der EHC-Selection ausgesehen: Wechselfehler, Abstimmungs-, Konditions- und vor allem Koordinations-Probleme einiger Akteure waren Schuld daran, dass es nach 20 Minuten 3:0 für die ohne Frauen angetretene Mannschaft um Indians-Sturmführer Lowden stand. Bei der EHC-Truppe machte sich in der Kabine bereits Galgenhumor breit. Doch ein Eishockeyspiel dauert sechzig Minuten (die fünf Euro für das Phrasenschwein gehen als Spende ans Kinderhospiz): Die nicht vorhandene weibliche Spiel-Intelligenz war es vielleicht, die Lowden, Weinl & Co. zum Verhängnis wurde. Ab dem zweiten Abschnitt legten Maike Piwonka, Petra Neusser, Julia Gemsjäger und Andi Weissbach von den EHC-Damen einen Zahn zu. Colin Anders gab derweil von der Ersatzbank lautstarke deutsch-kanadische Anweisungen. 5:5 stand es nach dem Mitteldrittel. Nach einer beispiellosen Aufholjagd. Die Spannung war nun mit den Händen zu greifen. Zitat „Pieeetsch, shoooot!!!“ Colin Anders zu EHC-Mitspieler Manfred Pietsch, der meistens dann nicht aufs Tor schoss, als Anders es lautstark forderte. Im Schlussdrittel drehten die Journalisten noch ein paar lustige Pirouetten. Ingo Nieder und Mike Spadacini, Maike Piwonka und Andi Weissbach machten ernst. Ruckzuck stand's 8:5. Für alle Beteiligten war's ein Riesenspaß. Nach dem Spiel war deshalb schnell klar: "Das machen wir nächstes Jahr wieder."