Presseberichte November 2000

 

05.11.2000 - EHC Damen verlieren Rückspiel gegen Schlusslicht Planegg – EHC mit Heimkomplex

 

Im Nachholspiel der Dameneishockey-Bundesliga Süd unterlagen die Damen des EHC Memmingen dem Schlusslicht Planegg mit 0:3 (0:1/0:1/0:1). Memmingen war zwar über das gesamte Match spielbestimmend, konnte aber die Vielzahl von Chancen nicht verwerten. Planegg kam so zu den beiden ersten Saisonpunkten.

„Wer vorne nichts reinbringt, kassiert irgendwann einmal selbst einen Gegentreffer“. Eine Regel, die nicht nur beim Eishockey oftmals zutrifft. Genau so erwischte es die Memminger Mädels am Sonntagabend vor heimischem Publikum. Sechzig Minuten lang drückend überlegen, ordentlich gespielt und dennoch verloren. Allein das Chancenverhältnis von 45:15 spricht Bände. Alle Vorzeichen hätten eigentlich gegen die Gäste gesprochen. Knappe und unglückliche Niederlagen, Verletzungssorgen und ein kleiner Kader, der einen besonders hohen Kräfteverschleiß verursacht. Dazu kam, dass das Spiel am Sonntag für Planegg das zweite innerhalb von 24 Stunden war. Planeggs Trainer Lehmann verordnete seinem Team eine strenge Defensivtaktik in der Hoffnung auf erfolgreiche Konterangriffe. Und er wurde nicht enttäuscht. Sandra Rumswinkel gelang es in den beiden ersten Drittel jeweils einen der seltenen Konter eiskalt zu verwandeln. Memmingen hingegen optisch haushoch feldüberlegen, spielte phasenweise sogar bei 5:5 Powerplay, jedoch nicht in der Lage, das Geburtstagskind Viona Harrer im Tor der Pinguine zu überwinden. Auch Nicole Moller, die mit einem Alleingang die größte Chance zum möglichen Anschlusstreffer zum 1:2 hatte, scheiterte. So schafften die Planegger Pinguine im letzten Drittel durch Maria Sebald auch noch das 0:3 und belohnten sich für ihren gezeigten Kampfgeist mit dem ersten Erfolgserlebnis.

„Ich kann meiner Mannschaft keine Vorwürfe machen“ so Coach Giggi Polansky am Sonntagabend, „Alle haben gekämpft und ihr Möglichstes gegeben. Lediglich die Chancenauswertung war bescheiden“. Nachdenklich stimmt, dass die EHC Mädels gerade Zuhause nicht zum Erfolg kommen. Der letzte Heimsieg in einem Bundesligaspiel - die Relegationsrunde einmal ausgenommen – datiert vom Dezember 1998 beim 5:2 Sieg gegen Esslingen. EHC Manager Peter Gemsjäger scherzhaft: „wenn’s hilft, kommen wir halt künftig mit dem Mannschaftsbus zu den Heimspielen“.

EHC Memmingen -  ESC Planegg 0:3 (0:1/0:1/0:1)

Tore:             0:1 (6.Min) Sandra Rumswinkel; 0:2 (33.) Sandra Rumswinkel; 0:3 (56.) Maria Sebald / Sandra Rumswinkel / Monika Pink

Strafen:        Memmingen 10 Min. - Planegg 12 Min.

Zuschauer:   55

 

 

Miesbach – Erstmals konnten die Memminger Damen in einem Bundesligaspiel gegen die „Pinguins“ aus Planegg gewinnen. Allerdings mussten die EHC Mädels lange auf das Siegtor warten. Exakt drei Sekunden vor dem Spielende traf Andi Weißbach ins leere Planegger Gehäuse.

Schon lange nicht mehr gab es einen solchen Jubel nach einen Spiel der Memminger Mädels. Auf 59:57 stand die Spieluhr als die Scheibe zum einzigen Mal im Planegger Netz zappelte. Die Heimfahrt nach Memmingen wurde im EHC Mannschaftsbus zur großen Party. 

Die Memminger Damen begannen hochkonzentriert und motiviert und erarbeiteten sich zahlreiche Chancen. Planegg war vor allem dann gefährlich, wenn die Topreihe mit Sandra Rumswinkel, Monika Pink und Verteidigerin Angela Lezziero auf dem Eis war. Doch eine super eingestellte Nina Maier im Memminger Tor vereitelte auch die hochkarätigsten Torchancen der Oberbayern. Vor allem das Mitteldrittel gehörte eindeutig den Memmingerinnen. Hier hätte gut und gerne eine 3:0 Führung herausspringen können. Doch zum einen war es mangelnde Kaltschnäuzigkeit im Torabschluss und zum anderen die souverän agierende junge Planegger Torhüterin Viona Harrer. Zu Beginn des letzten Abschnitts ließ im EHC Team die Konzentration etwas nach und die Oberbayern kamen besser ins Spiel. Doch konnten sich die Maustädterinnen fangen und das Heft wieder in die Hand nehmen. Spielentscheidend schließlich die Herausnahme der Planegger Torfrau zehn Sekunden vor dem Schlusspfiff. Andi Weißbach erkannte die Situation als Erste und bugsierte die  Scheibe von der blauen Linie aus ins leere Planegger Gehäuse.

„Mir hätte nur ein Sieg geholfen, um Platz drei noch erreichen zu können“, begründete Planeggs Trainer Michael Lehmann seine fragwürdige Entscheidung. Doch konnte auch dies den Memminger Jubel nicht schmälern. „Wir hätten eigentlich schon viel früher alles klarmachen können“, so EHC Verteidigerin Aniela Grünzig nach dem Match. „Freilich hätte es genauso gut anders ausgehen können, doch verdient war der Sieg allemal“.

Bereits am kommenden Sonntag kommt es zum Rückspiel gegen die „Pinguins“. Die Begegnung wurde wie gemeldet aus Verletzungsgründen der Planegger auf den 5. November verschoben. EHC Trainer Günter Polansky hofft, dass seine Mannschaft an diesen Sieg anknüpfen kann und die Entscheidung dann nicht erst wieder drei Sekunden vor dem Schluss fällt. Voraussichtlich können die Memmingerinnen dann auch wieder mit Constanze Fischbach rechnen, die wegen einer Gehirnerschütterung pausieren musste. Spielbeginn in der Eissporthalle am Hühnerberg ist am Sonntagabend ist um 18.30 Uhr.

ESC Planegg - EHC Memmingen 0:1 (0:0/0:0/0:1)

Tore:             0:1 (60.Min) Andi Weißbach

Strafen:        Planegg 4 Min. - Memmingen 4 Min.         

Zuschauer:     29